Lampenmanufaktur Berlin
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brand eins 09/2007 - SCHWERPUNKT: Mehr Selbstständigkeit

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Handmade in Germany Dieser Artikel wurde mit 3 Sternen bewertet

Manufakturen stehen vor einer Renaissance.

Sie stellen Produkte für eine neue Zielgruppe her, die das Authentische schätzt. Und für die der Preis nicht das Maß aller Dinge ist.

- Olaf Bornemann hat Maurer gelernt. Die Bautechnikerschule hat er dann noch drangehängt. Mehr als zehn Jahre war er als Bauleiter auf Großbaustellen in ganz Deutschland unterwegs. "Das hat mir schon auch Spaß gemacht", sagt der Endvierziger mit den dichten grauen Haaren. "Mit dem, was ich heute mache, ist das aber nicht zu vergleichen." Heute macht Bornemann Lampen. Alt-Berliner Messinglampen. Berliner Pendelleuchten. Tisch-, Steh- und Wandlampen. Hunderte hängen in dem kleinen Laden seiner "Lampenmanufaktur Berlin" unweit vom Wasserturm im Bezirk Prenzlauer Berg. Seit fünf Jahren gibt es das Zwei-Mann-Unternehmen. Bornemann und sein Partner bauen Berliner Designklassiker aus der Zeit nach der Jahrhundertwende zu bezahlbaren Preisen nach. 80 Euro kostet eine Schreibtischleuchte mit dunkelgrünem Glasschirm und dem Namen "Bankier". Eine solide Stehlampe ist für rund 250 Euro zu haben.

In seinem früheren Leben als Bauleiter ging es um deutlich höhere Summen. Aber die Grundstimmung war auch eine andere. Die Bauherren verlangten von ihm, bei den Baufirmen möglichst viel Leistung für möglichst wenig Geld herauszuholen. Die Baufirmen wiederum versuchten, wann immer möglich, Zusatzkosten geltend zu machen. "Ich stand dazwischen und musste ständig aufpassen, dass mich nicht irgendeiner übers Ohr haut", erinnert sich Bornemann.

Mit solchen Problemen hat er im sozial aufstrebenden Kiez rund um Wasserturm und Kollwitzplatz nicht mehr zu kämpfen. Bornemann ist freundlich. Die Kunden sind freundlich. Die Lampen sind ihr Geld wert. Ein gutes Geschäft für alle Beteiligten. Das glaubt man, wenn der Chef über seine Manufaktur redet. "Mindestens die Hälfte meiner Kunden sind junge Familien aus dem Viertel, die ihre Ikea-Leuchten aus der Studienzeit aussortieren", sagt der Lampenbauer. 300 Euro für eine Nachttischleuchte mindestens so viel würde das Original kosten - sind an der Eingangsschwelle zum bürgerlichen Lebensstil nicht drin.

Bornemann und sein Partner machen trotzdem ihren Schnitt. Messingrohre, Keramikschirme und Opalglas sind seine Werkstoffe, die er aus Deutschland, Osteuropa und Italien bezieht. Hinzu kommen Schalter, Kabel und Standardfassungen. Um Alt-Berliner Messinglampen nachzubauen, muss man kein Elektroingenieur sein. Rund ein Jahr hat der Autodidakt Bornemann gebraucht, um seine Bastelfertigkeiten auf professionelles Niveau zu heben. In ein bis zwei Stunden ist heute eine Lampe in der Kleinwerkstatt aus den zugelieferten Einzelteilen zusammengeschraubt. Die Kalkulation ist relativ simpel: "Wir rechnen alle unsere Kosten für eine Lampe zusammen. Material, Arbeitsstunden, anteilig Miete, Berufsgenossenschaft, Honorar für Aushilfen und so weiter. Dann multiplizieren wir mit 2,3."

Die Berliner Lampenmanufaktur ist dennoch preiswert, denn sie kennt keinen Verwaltungsapparat, keine Vertriebskosten, keine Händlerspanne, keine Transport- und Lagerkosten. Dafür kennt sie ihre Kunden fast immer persönlich. Bornemann berät freundlich und zurückhaltend. Wenn ein Kunde einen Sonderwunsch hat - hier ein größerer Schirm, da den Arm ein wenig länger -, ist das kein Problem. Es muss nicht einmal teurer werden als ein originalgetreuer Nachbau. Der Käufer bestellt und bezahlt. Am nächsten Tag kann er seine Lampe abholen oder gegen einen Zehner oder Zwanziger zusätzlich gleich vom Hersteller persönlich aufhängen lassen.

Die Kunden kaufen bei Bornemann nicht nur Lampen, sondern ein Gefühl. Sie erwerben ein Produkt, das um die Jahrhundertwende in Berlin entworfen wurde, zum Stil ihrer Altbauwohnung aus der gleichen Epoche passt und von einem sympathischen Mann eigens für sie angefertigt wird. Mit diesem regional verwurzelten Geschäftsmodell kann kein Art-déco-Plagiat aus Vietnam konkurrieren. Zumindest nicht in einem Milieu neubürgerlicher Konsumenten, die Wert auf Individualität legen.

Diese Gruppe werteorientierter Konsumenten wächst rasant. Amerikanische Marketingstrategen haben auch schon einen schönen Begriff für sie gefunden: Lohas. Das steht für Lifestyle of Health and Sustainability, also einen Lebensstil, bei dem Gesundheit und Nachhaltigkeit eine entscheidende Rolle spielen. Verbraucherorganisationen schätzen, dass heute rund jeder sechste erwachsene Amerikaner zu den Lohas zählt. Das wären 50 Millionen in der Regel zahlungskräftige Menschen, die jährlich rund 300 Milliarden Dollar für werthaltige Produkte ausgeben.............

Hier finden Sie uns:

Lampenmanufaktur Berlin


Rykestr. 51


10405 Berlin



Telefon: 0049 (0)911 2446463

 

eMail:

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ab Mai/Juni 2017

Mo. - Sa.

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